Freitag, 16. September 2011

Fernsehen und Camping: Die Sache mit den Vorurteilen

Berichte im Fernsehen über Camping sind immer ein wenig...einseitig.
Zu 90% werden Dauercamper gezeigt.
Die gefilmten Campingplätze haben meistens eins gemeinsam: Sie sind gruselig. Die Camper hausen dort dicht an dicht aneinandergepfercht.  Die Plätze erinnern in ihrer grauen Monotonie an Kasernen. Alle zwei Minuten läuft dann auch noch ein Aufseher durch die Reihen, der wie ein Feldwebel für "Ordnung" sorgt. Seltsamerweise ist auch gerade wieder schlechtes Wetter auf dem Platz und die Camper frieren. (Was ist mit deren Gasheizungen?)  
Es wirkt noch bizarrer, wenn man sich in der Gegend auskennt und genau weiß, dass es im Nachbarort einen wunderschönen CP für Dauercamper gibt. Was für Menschen bevorzugen so einen Drecksplatz?
Und nun kommt es auf den Sender an. Während bei den öffentlich-rechtlichen noch sympatische ältere Herrschaften gezeigt werden, sind es bei den Privaten meistens die letzten Prollköpfe. Unwillkürlich überlegt man sich, von welchem Bahnhof die aufgelesen wurden, bevor man wegen dem fremdschämen umschaltet.

Nach diesen Reportagen verwundert es auch nicht, wenn Neubekanntschaften schon mal etwas seltsam auf das Hobby Camping reagieren: Mit einem Gesichtsausdruck als hätten sie in eine sauere Zitrone gebissen. Dann das Ruder rumzureisen ist schwierig, meistens verlorene Liebesmüh. Die Leute "kennen" sich doch aus. Sie schauen doch regelmäßig fern. Wenn man Glück hat, haben manche schon mal einen Bericht über Wohnwagenfahrer gesehen: Meistens junge Familien, die dann wieder auf hässliche CPs übernachten.

Versteht mich nicht falsch: Ich möchte niemanden von meinem Hobby überzeugen. Ich möchte nicht aus den Leuten Campern machen. Aber ich möchte, dass sie wissen WARUM ich so gerne mit dem Wohnmobil verreise. Und das ich nicht meinen Urlaub in einem Ghetto eingesperrt verbringe. Das ist mir irgendwie wichtig.

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