Donnerstag, 2. September 2010

Geteert und gefedert in Bad Bertrich und Wellenreiten in Cochem....

Nachdem wir uns von den netten Leuten auf dem Stellplatz verabschiedet haben, wollten wir einen erholsamen Ausflug nach Bad Bertrich und der dazugehörigen Therme starten. Als erstes gab es ein ganz besonderes Problem: Wir kommen wir überhaupt nach Bad Bertrich? Jede Straße, die von unserem Navy angezeigt wurde, stellte sich als zu schmal/zu klein für unser Wohnmobil heraus. Jedesmal mussten wir umkehren. Ich hatte das Gefühl Stunden im Auto zu verbringen.

Dann endlich kamen wir in Bad Bertrich an. Und wurden "sehr freundlich" empfangen. Wir stiegen aus dem Wagen aus und sofort kam ein aufgebrachtes altes Ehepaar auf uns zusgestürmt.
"Sie dürfen hier nicht stehen."
Ich ging vorsichtshalber noch einmal zum Parkplatzschild zurück. Nein, keine Einschränkung zu sehen. Weder zeitlich, noch welche Art von Fahrzeugen abgestellt werden dürfen. Als ich zurück kam, war der ältere Herr gerade dabei nach unseren rumschnüfelenden Rex mit seinem Spazierstock zu schlagen.
Er kann von Glück sagen, dass unser Hund eher treu doof als bissig veranlagt ist. (In einem solchen Fall habe ich auch sehr wenig Mitleid mit den Opfern von Hundeattaken.)

Chris war nicht mehr zu halten. Wutenendbrannt packte er uns in den Wagen und düste davon. Er hatte die Nase von dem Ort gestrichen voll. Dabei entgegnete ich, dass so Durchgeknallte einem überall begegnen können. Aber Chris mochte nicht mehr. Und ich war auch knatschig. Aufs schwimmen, gerade in einer Therme, habe ich mich sehr gefreut.

(Liebe Bad Bentricher: Eurer Ort lebt vom Tourismus. Und Euch sind an diesem Tag für unseren Ausflug bestimmt 40 € durch die Lappen gegangen. Das haben wir nämlich anschließend in Cochem fürs Essen + Schwimmen ausgegeben. Übernachten wollten wir nicht. Nur etwas essen und schwimmen gehen..)

Also weiter nach Cochem. Aber ich hatte Glück. Auch dort gibt es ein Schwimmbad. Zuerst war ich sehr enttäuscht: Vom Eingang aus sah man ein normales kleines Becken. In Schwimmer und Nichtschwimmer unterteilt. Und dafür habe ich 7 € pro Person für zwei Stunden bezahlt? Das konnte doch nicht stimmen! Das etwas nicht stimmte, bemerkten wir sehr schnell. Von diesem Schwimmbecken führte eine Wasserrutsche, die es in sich hat, nach unten in einem zweiten Teil des Bades. Dort gab es Whirlpool und den üblichen Kram. Alles recht klein und bis auf die Rutsche noch nicht wirklich überzeugend.

Nach ein bisschen geplansche ging es zurück ins große Becken. Ein paar Bahnen ziehen. Dort blieb uns der Mund offen stehen: Mittlerweile  war der Wasserspiegel abgesenkt worden und ein Gysir spukte inmitten des Bades lustig vor sich hin. Und was für ein Gysir.  Nach einiger Zeit stoppte auch dieser und wir wollten schon das Becken verlassen, als "jetzt kommen die Wellen" durch die Lautsprecher angekündigt wurde.

Oh. Mein. Gott. Vergeßt alle Wellenbäder die ihr bislang kennen gelernt habt. Vergeßt Mittelmeer, denkt an Atlantikwellen. Sie waren so stark, dass ich mehrfach umgerissen wurde, mein Knie aufgeschlagen habe und den Knöchel verstauchte. Hatten wir einen Mordsspaß! Warum kannte ich das Schwimmbad nicht schon länger? Jetzt steht fest: Geht es an die Mosel, besuchen wir dieses Schwimmbad in Cochem. Es ist einfach genial.

Nach dem Schwimmbadbesuch waren wir erledigt. Nach einer kurzen Zwischenrast ging es Richtung Rhein nach Andernach, aber dort gefiel es uns nicht. Also wieder nach Plaidt, wo wir diesmal nicht alleine die Nacht verbrachten.


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