Montag, 30. August 2010

In den Straßen von Straßburg

"In Straßburg den Wagen nur auf bewachten Parkplätzen abstellen."
"Am besten direkt in Kehl parken und mit der Straßenbahn in die City fahren."
"Wohnmobile werden immer wieder aufgebrochen."

All das klang mir in den Ohren, als wir in der City von Straßburg unterwegs waren. Und wirklich: Besonders vertrauenserweckend wirkte die Stadt nicht. Überall betrunkene Menschen, heruntergekommene Straßen, dass konnte doch nicht wirklich Straßburg sein?! Sitz des Europaparlamentes? Wir waren entsetzt und befragten noch einmal das Navy. Tatsächlich, wir waren mitten in der Stadt gelandet. Wir stellten mit einem mulmigen Gefühl das Wohnmobil ab und erkundigten einige Straßen. Aber nichts wirkte interessant oder ansehnlich. Schnell ging es wieder zum Wagen zurück. Bis Chris auf die Idee kam, statt im Navy mal im Reiseführer nachzublättern. Tatsächlich wir waren in der falschen Ecke unterwegs. Statt pitoresken Häusern landeten wir in einem heruntergekommenen Stadtteil.

Wir stiegen wieder in den Wagen und fuhren zu der anderen, wunderschönen Ecke von Straßburg. (Übrigens: Keine Probleme gehabt einen Parkplatz zu finden mit dem Wohnmobil.). Wir wanderten durch Petit France und bewunderten die wunderschönen alten Fachwerkhäuser.

Auf der anderen Seite war ich froh, mal eine nicht touristische Seite, die "wahre" Seite einer Stadt erlebt zu haben. Eine die der Reiseführer nicht erwähnt. So viel Armut macht nachdenklich.

In der Stadt wollten wir schon wegen unserem Hund nicht übernachten. Also ging es über die Landstraße zu einem kleinen Campingplatz nach Saverne. Ein Municipal geführt von einem holländischen Pächter. Diese Kombination ist genial. Municipal= unschlagbar günstig und holländischer Pächter=vorbildlich geführt.
Übrigens: Der niederländische Pächter verstand ich vom Dialekt her besser als die Pfälzer Winzer.

Ich freute mich auf die heiße Dusche. Klar, im Wohnmobil ist auch eine drin. Aber man macht doch eher Katzenwäsche, wenn man unterwegs ist. Frisch und sauber sollte es zu einem kleinen Ausflug in die Innenstadt von Saverne gehen. Mittlerweile regnete es auch bereits ziemlich kräftig und wir wollten ein Bistro besuchen. Es kam wie es kommen musste: Die Räder von unserem Wohnmobil drehten durch. Rasen mit Steigung dazu der starke Regen; das schaffte der Wagen nicht mehr. Wir waren verzweifelt. Bis ein netter älterer englischer Herr auf uns aufmerksam wurde. Der Mann war unsere Rettung. Er hatte Traktionsmatten dabei, die wir unter die Vorderräder schieben konnten. Aber auch damit ging es nicht wirklich voran. Wir versuchten den Wagen an zu schieben. Doch zwei Leute waren nicht genug. Mittlerweile war der halbe Campingplatz auf unsere Aktion aufmerksam geworden. Fragen musste ich nicht: Die Leute packten mit an. Im Dauerregen wurde ihnen Schlamm von den Reifen entgegen geschleudert, trotzdem hatten alle Mitcamper super gute Laune. Eine Dame gab den Takt auf Französisch vor, wir anderen schoben. Und kamen raus. Allerdings war der Rasen hinüber, was der Pächter aber mit Gelassenheit aufnahm. Da soll mir noch einmal jemand sagen, dass es keine Hilfsbereitschaft unter Campern mehr gibt!

Ich sah übrigens aus wie ein Schlammmonster. Die Dusche hätte ich mir sparen können.

Wir fuhren trotzdem kurz in die Stadt und besichtigten auch die dazugehörige Burg.


Der Bahnhof von Straßbourg:


Petit France in Straßbourg:









Aussicht von Château du Haut-Barr
Wegen dem starken Regen kletterten wir nicht die Ruine hoch:




Der Campingplatz am anderen Morgen, nach dem Regen.


Ruine von Château du Haut-Barr vom Tal (Campingplatz) fotografiert:

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