Samstag, 15. Mai 2010

Schon wieder anstrengende Tage in Luxemburg und Belgien....

Ich weiß nicht, wie wir das schaffen. Aber jedes Mal wenn wir in Luxemburg waren, brauche ich hinterher Urlaub. Irgendwie packe ich zuviel in die Tage hinein. Aber es gibt auch so verdammt viel zu sehen und zu erleben!

Zuerst besucht wir Tongeren in Belgien. Das kleine Städtchen präsentierte sich grau und trostlos. Allerdings nur die ersten fünf Minuten. Erst als wir den Beginenhof und das dazugehörige alte Viertel entdeckten, tat sich eine ganz neue Stadt auf. Wunderschön die kleinen Gassen und versteckten Hinterhöfe.



Und erst das Museum! Modern und interaktiv, aber nicht zu kindisch gestaltet, führte es mich durch die Geschichte von den Neandertalern bis zu den Römern.

Ganz Gallien ist von den Römern besetzt? Ganz Gallien? Nein! Denn es gibt noch Ambiorix, der den Römern richtig kräftig eins in den Hintern getreten hat. Kommt er Euch nicht auch ein klein bisschen bekannt vor?



Ehrlich gesagt kann man in Tongeren sehr gut ein Wochenende verbringen, doch mangels Stellplatz/Campingplatz brachen wir doch wieder auf.

Ab nach Diekirch/Luxemburg, wo es einen wunderschönen Wohnmobilstellplatz gibt. Gab. Konnten wir vor zwei Jahren noch über die Sauer auf ein pitoreskes Städtchen schauen, blickt man nun auf ein Betonklotz, der sich am Ufer erhebt. Daher waren wir nicht traurig, dass der Stellplatz schon voll war und fuhren weiter nach Fuussekaul.

Über Fuussekaul kann man sicherlich geteilter Meilung sein. Eigentlich besteht der Ort nur aus einer einzig großen Ferienanlage, die aber alles bietet: Bowlingcenter, Schwimmbad, Minigolf, Sauna, Indoorspielplatz, FKK-Camping, Billiard, Shoppingmöglichkeiten und und und. Alles natürlich zu seinem Preis.  Ich bin kein großer Fan solcher Anlagen. Aber der Stellplatz lag ruhig, war sauber und wir waren hundemüde. Also blieben wir die Nacht dort.

Am nächsten Tag spulten wir das Touristenprogramm ab, bevor es hinüber zur Eifel ging: Ettelbrück, Vianden mit Schloss und anschließend entlang der Our Richtung Dasburg. Wir bekamen viel zu sehen, aber auch platte Füße.

Bilder von Vianden Schloss:

Unser Wohnmobil von oben:

Der Weinkeller des Schlosses:


Nachmittags fuhren wir weiter bis zum Kronenburger See. Ehrlich gesagt habe ich den See schon lange ins Visier genommen. Sah im Internet auch verlockend aus: Ein kleiner Stausse mit Stellplatz, ruhig und schön gelegen. So wie ich es von Stauseen in der Eifelregion gewohnt bin. Wieder ein Irrtum. Um den See herum ging eine stark befahrene Landstraße,  ein ruhiger Spaziergang war nicht möglich. Wenigstens der Stellplatz war ruhig gelegen, allerdings auch weit ab vom Schuss. Zur Stadt war es fast zwei Kilometer: Steil bergauf. Wenigstens gab es am See ein annehmbares Restaurant. Wir hatten keine Lust mehr zu laufen oder zu fahren, deswegen verbrachten wir die Nacht dort.

Auch Bilder können täuschen: Kronenbuger See


Am nächsten Tag ging es nach Nettersheim. Hier haben wir den Stellplatz nur besichtigt: Auch dieser lag ziemlich weit außerhalb. Und in direkter Nachbarschaft einer Bahnlinie. Allerdings ist das Dorf sehr reizvoll, besonders mit dem ganzen römischen Gedöns. Wir maschirten einen Berg hinauf um ein Matronenheiligtum zu besuchen. Überrascht stellte ich fest, dass das Heiligtum liebevoll mit Blumen und Geschenken geschmückt wurde. Ebenso wie ein anderer Tempel den wir diesen Tag noch besuchten. Die Umgebung von Nettersheim lohnt sich wirklich zum wandern, die Ausblicke waren herrlich. Wahrscheinlich werden wir auch diesen Ort für ein Wanderkurzwochenende besuchen, diesen Herbst oder nächstes Jahr.

Auf dem Weg zum Matronenheiligtum:
Was für eine Aussicht am Tempel der Matronen:
Die Matronen festlich geschmückt:
Die zweite Tempelanlage:

Doch eine Frage habe ich: Warum zum Geier wurden Burgen und heidnische Heiligtümer immer auf Bergen gebaut? So gerne ich Geschichte mag, ich bin froh, wenn ich die nächsten Monate keine historische Stätte mehr besichtigen muss. Schon gar keine, die auf einem Berg liegt.

Meiner Meinung rührt daher auch der Erfolg der christlichen Religionen: Anstatt Heiligtümer irgendwo am Hintern der Welt zu erbauen, wurden die Kirche im Dorf gelassen. Es gab schon rein prakmatische Gründe, warum sich Römer, Germanen und Co. für die neue Religion entschieden haben. Wer will schon jeden Sonntag krakseln?

In diesem Sinne: Ein schöner, aber anstrengender Urlaub. Einige Ziele möchte ich auf jeden Fall noch einmal besuchen. Sei es Tongeren oder Nettersheim. Aber diesmal mit mehr Zeit im Gepäck.

1 Kommentar:

Backie hat gesagt…

Hallo!
Vielen Dank für die schönen Fotos. Tolle Seite!

Herzliche Grüße, Backie!