Sonntag, 31. Mai 2009

4 Tag Rückfahrt zur Somme

Dieser Tag war eine reine Katastrophe. Mittlerweile war ich davon überzeugt, von einer radioaktikven Zecke (an der Nordseeküste Frankreichs gibt es einige Atomkraftwerke) gebissen worden zu sein. Allerdings ohne Superkräfte davon zu bekommen, dafür einen Ausschlag, der sich mittlerweile über den ganzen Körper erstreckte. Die Hände waren so geschwollen, dass ich keine Wasserflasche mehr aufdrehen konnte. Und die Füße paßten nicht mehr so recht in die Schuhe hinein. Aber ich hoffte immer noch auf Besserung durch die Allergietabletten. Zur Sicherheit brachen wir trotzdem den Urlaub in der Normandie ab und fuhren langsam die Küste wieder zurück. Nach einer Stunde im Wagen hielt ich es vor Schmerzen nicht mehr aus. Auch mein Gesicht war mittlerweile betroffen und ich konnte kaum noch etwas sehen. Am nächsten Office de Tourism hielten wir an um nach einem Arzt zu fragen. Die Damen dort waren unglaublich lieb und hilfsbereit, trotz Sprachschwierigkeiten. Sie suchten mir nicht nur einen Arzt heraus, sondern riefen auch noch für mich bei ihm an um alles abzuklären. Danach drückten sie mir noch eine Landkarte in der Hand mit einer genauen Wegbeschreibung. Ich war den Damen sehr dankbar, da sie wirklich alles stehen und liegen liesen (wie andere zahlende Touristen) um mir zu helfen.

So saß ich keine halbe Stunde später in einer französischen Arztpraxis. Auch der Arzt war sehr freundlich und hilfsbereit. Sogar mit der Verständigung klappte es. Er untersuchte mich sehr gründlich, besonders meine Lunge (wegen meinem Asthma). Er hielt es auch für einen sehr starken Allergieanfall, konnte sich aber den heimischen Brie nicht als Übeltäter vorstellen. Französischer Weichkäse macht soetwas doch nicht! Trotzdem empfahl er mir, die Reise Richtung Heimat fortzusetzen. Bei der Stärke des Anfalls wäre es möglich, dass das Kortison, das er mir verschrieb nicht helfen würde. Und dann wäre eventuell ein Krankenhausaufenthalt, insbesondere wegen der Lunge, empfehlenswert. Da würde ich mich in der Heimat doch wohler fühlen.

Für die Schöhnheit des Ortes Veules les Roses hatte ich nicht viel übrig. Die Fotos hat Chris während der Wartezeit gemacht.

Leider hatten die Apotheken gerade Mittagspause, so dass ich noch bis nachmittags auf die Medikamente warten musste. Wir fuhren noch einige Zeit weiter, obwohl ich die Nase mittlerweile gestrichen voll hatte. Außerdem regnete es in Strömen. Nachdem ich endlich das Medikament hatte, wollte ich nur noch schlafen. Ab zum nächsten Campingplatz La Prairie in Le Crotoy. Es war so ziemlich der schlimmste Campingplatz den ich in meinem Leben besucht habe. Der Platz war klein und von einer hohen Gefängnismauer umgeben. Es gab zwar neuere sanitäre Anlagen, aber die wurden bereits um 21 Uhr abgeschlossen, so dass man die alten französischen Stehtoiletten benutzen musste. Leider wurden die Anlagen auch nicht geputzt, es war wirklich gruselig.

Abends hatte sich meine Haut etwas beruhigt. Wir liefen bei strömenden Regen durch die Stadt, um etwas zu essen zu bekommen. Natürlich hatte ich auch wieder Pech. Es gab nur Fischrestaurants. Zwar liebe ich Fisch, aber es ist doch mit ein Allergieauslöser, den ich unbedingt vermeiden wollte. Außerdem sah ich immer noch so aus, als hätte ich die Pocken. Von der mangelenden Körperhygiene der letzten Tage und unser aufgeweichte Kleidung ganz zu schweigen. Gut, dass wir trotzdem ein Restaurant fanden, dass uns Hähnchen als Take Away verkaufte. Es war dort nichts los und die Angestellten waren unglaublich nett und zuvorkommend. Sie plauderten mit uns und lachten viel, dabei störten sie sich kein bisschen an mein lädiertes Aussehen.

Die Menschen in Nordfrankreich waren alle sehr herzlich und aufgeschlossen. Wir wurden an jeder Ecke nett angesprochen. Da war eine junge französische Dame, die unseren Hund magnifique fand, der Dauercamper der uns das beste Lokal am Ort empfahl (ohne das wir nachfragten) oder das junge Paar, dass die Küste entlang wanderte. Ich habe von vielen Leuten gehört, dass die Franzosen sehr unterkühlt gegenüber uns Deutschen wären. Das kann ich für diese Ecke Frankreichs wirklich nicht bestätigen!

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