Sonntag, 11. Mai 2008

Es war einmal...
eine Völkerwanderung
Wie jedes Jahr zu Pfingsten. Alle Niederländer fahren zur Mosel. Alle Niederhreiner (und auch ein paar gewöhnliche Rheinländer) sind Richtung Renesse unterwegs. Vorprogrammiert sind Staus, Enge auf den Campingplätzen und teure Preise. Kein Wunder, dass wir darauf keine Lust hatten. Also eine Landkarte ausgedruckt und mit dem Zirkel einen Kreis geschlagen. In diesem Kreis befand sich der kleine Eifeler Ort Nideggen. Eigentlich ist Nideggen sehr nah bei uns, keine 100km entfernt. Aber wir hatten nie den Drang gespürt dort hin zufahren. Wenn in die Eifel, dann ging es nach Monschau. Aber warum nicht etwas Neues ausprobieren?

Diese Reise war der Anlass uns anschließend ein Navi zuzulegen. Wir verfuhren uns. Total. Irgendwann waren wir von der Autobahn runter und schipperten durch kleine Dörfer. Trotzdem fanden wir Nideggen. Nur leider nicht den vorher mühsam herausgesuchten CP. Aber kein Problem: In Nideggen gibt es wirklich einige Campingplätze.

Dann endlich standen wir vor einem Platz, der wirklich schön gelegen war. Aber weit und breit keine Rezeption zu sehen. Also einfach rauf auf den Platz. Irgendwo wird schon die Rezpetion sein. Leider hatten wir den Bus noch nicht so im Griff wie wir dachten. Oder ich habe einen Knick in der Optik. Beim einweisen hat mein Mann den Zaun eines Dauercampers umgefahren. Die Panne war schnell behoben, die Dauercamper nur mittelmäßig verärgert. Es stellte sich heraus, dass es keine Rezeption gab. Wir sollten einfach bei der nächst gelegenen Gaststätte nachfragen.

Heraus kam ein älterer, sehr freundlicher Herr. Obwohl der Platz schon sehr voll war, konnten wir uns noch etwas aussuchen. Wir standen traumhaft direkt an der Rur. Es war ruhig, es war schön. Und nicht so weit weg von zu Hause, so dass man diesen CP gut mal für eine kleine Wochenendtour benutzen konnte.

Ehrlich gesagt waren wir auch dieses Wochenende sehr faul. (Keine Angst, wir sind nicht immer soooo langweilig). Zwar waren wir auch spazieren, aber wir haben noch nicht einmal die Burg Nideggen besucht. Dafür haben wir den anderen Leuten beim campen zugesehen, was sehr unterhaltsam war.

Irgendein wichtiges Fußballspiel für Köln wurde an diesem WE ausgetragen und es waren einige Kölner anwesend. Der Wagen neben uns hatte sich häuslich eingerichtet. Und das meine ich wortwörtlich. An ihrem Wohnmobil hatten sie einen Anhänger gepackt und auf diesen einen Haushaltskühlschrank geladen. Wofür sie den brauchten, sahen wir später.

Zwischenzeitlich beobachten wir die Leutchen zu unserer Rechten ,die sich mit einer aufklapbaren Hängematte abmühten. Mein Fazit: So ein Ding scheint sich nicht wirklich zu lohnen. Nach zwei Stunden fummelten sie immer noch daran herum.

Dafür tranken zwei berfreundete (Lehrer?-) pärchen etwas zu viel. Sie fingen mit ihrem halbwüchsigen Spößling eine ziemlich pädagogisch wertvolle Diskussion an. Was ehrlich gesagt ziemlich lustig klang, da sie ihre Argumente nicht besonders viel Sinne ergaben.

Ende vom Lied: Alle sprangen im Bikini/Badehose bekleidet in die Rur. Jemand eine Ahnung wie kalt die Rur Mitte Mai ist? Ich leider nicht. Ich schätze mal auf: "Verdammt kalt"

Mittlerweile hatten die Herrschaften neben uns (die mit dem Kühlschrank) ein Buffet aufgebaut. Das habe ich mein Lebtag noch nicht auf einem Campingplatz gesehen. Ein richtiges tolles Buffet! Eingeladen waren wir leider nicht.

Abends kam es dann zum Höhepunkt. Ein Dauercamper zoffte sich mit seiner Freundin. Intellektuell oder mit Argumenten war da gar nichts. Das war richtiges prolliges Anschreien.

Wie gesagt, von Nideggen (wirklich schön dort, aber das kommt später) haben wir wenig gesehen. Diese Camping- Soap konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen.

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